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Fakultät Maschinenbau

Zahlungsziele und Trade Credit in Supply Chains

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in
  • 2026
  • Ausschreibung wissenschaftlicher Arbeiten
  • Masterarbeit
Ziel der Arbeit ist es, die Mechanismen der zeitlichen Entkopplung finanzieller und operativer Flüsse empirisch zu untersuchen und daraus ein Erklärungsmodell mit Gestaltungsimplikationen für SCF abzuleiten.

Ausgangssituation und Zielsetzung

Operative Ereignisse wie Bestellung, Lieferung, Wareneingang und Qualitätsprüfung werden in Supply Chains zunehmend digital und nahezu in Echtzeit sichtbar. Zahlungen erfolgen dagegen häufig erst Wochen oder Monate später. Diese zeitliche Entkopplung ist nicht ausschließlich ein technisches Defizit: Zahlungsziele und Trade Credit können Finanzierung, Risikoallokation, Prüfung, Verhandlungsmacht und Beziehungssteuerung unterstützen, zugleich aber Liquiditäts- und Finanzierungslasten zwischen Akteuren verschieben.
Bislang fehlt eine integrierte Erklärung, welche intentionalen, administrativen, strategischen, friktionalen und finanzialisierten Mechanismen die Verzögerung finanzieller Flüsse verursachen und wie Käufer, Lieferanten, Banken und Plattformen diese Mechanismen unterschiedlich bewerten.
Ziel der Arbeit ist es, die Mechanismen der zeitlichen Entkopplung finanzieller und operativer Flüsse empirisch zu untersuchen und daraus ein Erklärungsmodell mit Gestaltungsimplikationen für SCF abzuleiten.

Mögliche Forschungsfragen

FF1: Welche Mechanismen führen dazu, dass Zahlungen trotz digital sichtbarer operativer Ereignisse zeitlich verzögert bleiben?
FF2: Wie unterscheiden sich Wahrnehmung, Interessen und Handlungsspielräume von Käufern, Lieferanten, Finanzdienstleistern und Plattformanbietern?
FF3: Welche finanziellen, operativen und relationalen Wirkungen entstehen durch unterschiedliche Formen der Zahlungsverzögerung?
FF4: Unter welchen Bedingungen können Zahlungen beschleunigt werden und wann bleibt eine zeitliche Entkopplung funktional oder strategisch gewollt?

Methodisches Vorgehen

  • Literaturrecherche zu Payment Terms, Trade Credit, Delayed Payments und Supply Chain Finance.
  • Weiterentwicklung eines vorläufigen Delay-Frameworks und eines akteursspezifischen Interviewleitfadens.
  • Durchführung und qualitative Auswertung von etwa zwölf bis sechzehn semi-strukturierten Experteninterviews mit mehreren Akteursgruppen.
  • Abduktive, fallvergleichende Analyse der identifizierten Mechanismen sowie theoriegeleitete Interpretation, beispielsweise über Principal-Agent-, System- oder Information-Processing-Perspektiven.

Erwartete Ergebnisse

  • Empirisch validierte Typologie beziehungsweise Mechanismenmodell der Zahlungsverzögerung.
  • Vergleich der Akteursperspektiven, Zielkonflikte und Wirkungszusammenhänge.
  • Gestaltungsprinzipien für SCF-Lösungen, Datenintegration und die zeitliche Kopplung finanzieller und operativer Flüsse.

Wir bieten Ihnen

  • Strukturierte Betreuung und regelmäßigen fachlichen Austausch.
  • Unterstützung bei systematischer Literaturarbeit, qualitativer Forschung und wissenschaftlichem Schreiben.
  • Zugang zu bereits aufbereiteten Forschungsergebnissen, Literaturkorpora und methodischen Vorarbeiten, soweit sie für das Thema relevant sind.
  • Die Möglichkeit, bei entsprechendem wissenschaftlichem Beitrag an einer gemeinsamen Veröffentlichung mitzuwirken.
  • Gut strukturierte Formatvorlagen für eine effiziente Ausarbeitung.

Das bringen Sie mit

  • Eigenständigkeit, Motivation und Interesse an einem interdisziplinären Forschungsthema.
  • Gute akademische Leistungen und eine strukturierte Arbeitsweise.
  • Interesse an Supply Chain Finance, Trade Credit, Working Capital und qualitativer Forschung.
  • Bereitschaft zur eigenständigen Gewinnung, Durchführung und Auswertung von Experteninterviews.

Betreuung und Bewerbung

Die Arbeit wird am Lehrstuhl für Unternehmenslogistik (LFO) der TU Dortmund betreut. Bei Interesse senden Sie bitte Ihre aktuellen Zeugnisse, eine kurze Bewerbung mit Lebenslauf sowie drei Terminvorschläge für ein erstes Gespräch.
 

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