PARASOLS

Problemstellung
In einem globalisierten und hochvolatilen Umfeld tragen Logistik- und Supply-Chain-Managerinnen und -Manager (LSCM) eine zentrale gesellschaftliche Verantwortung: Sie sichern die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung über verschiedenste Branchen hinweg. Ihre Aufgaben reichen von analytischer Bedarfsplanung und integrierter Absatz- und Produktionsplanung über Risikomanagement bis hin zur Gestaltung resilienter und nachhaltiger Lieferketten. Dabei steuern sie Material-, Informations- und Finanzflüsse innerhalb zunehmend komplexer, vernetzter Wertschöpfungsketten.
Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Sektors ist enorm: Allein der europäische Markt für Third-Party-Logistik erzielte im Jahr 2022 ein Volumen von 253 Mrd. US-Dollar und wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften, die den wachsenden Anforderungen gerecht werden.
Globale Krisen verschärfen diese Herausforderungen zusätzlich. Der Krieg in der Ukraine führte unter anderem zu einem Anstieg der Transportkosten um rund 30 Prozent sowie zu Engpässen bei Energie- und Nahrungsmittelversorgung. Die COVID-19-Pandemie beeinträchtigte rund 75 Prozent der europäischen Unternehmen und verursachte jährliche Kosten von über 112 Mrd. Euro durch ineffiziente Prozesse. In diesem instabilen Umfeld ist Anpassungsfähigkeit zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden.
Parallel dazu gewinnt die Reduktion negativer ökologischer Auswirkungen in Produktion und Konsum stetig an Bedeutung. Neue regulatorische Vorgaben wie die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) oder die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) verpflichten ab 2024 mehr als 50.000 Unternehmen zu umfassender Nachhaltigkeitsberichterstattung und verantwortungsvollem Wirtschaften. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher treiben diesen Wandel voran: Die Umsätze mit Fair-Trade-Produkten steigen kontinuierlich, und trotz steigender Lebenshaltungskosten besteht eine hohe Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Produkte.
Der Finanzsektor reagiert ebenfalls auf diese Entwicklungen. Studien zeigen, dass Nachhaltigkeitskriterien künftig einen maßgeblichen Einfluss auf die Kreditvergabe haben und bereits heute zahlreiche Finanzprodukte an Nachhaltigkeitsziele gekoppelt sind. Infolgedessen gewinnen Green Finance und Supply-Chain-Finance-Management zunehmend an Bedeutung als zentrale Kompetenzfelder im Supply Chain Management.
Zudem verändern digitale Technologien und Künstliche Intelligenz (KI) die Arbeit von LSCM grundlegend. Datenbasierte Entscheidungsfindung, digitale Prognosemodelle sowie KI-gestützte Risiko- und Beschaffungsprozesse erfordern neue fachliche und methodische Kompetenzen.
Zielsetzung
Ziel des Projekts ist es, zukünftige Schlüsselkompetenzen im Supply Chain Management zu identifizieren und ein innovatives, praxisnahes Lernkonzept zu entwickeln. Der Fokus liegt auf vier zentralen Zukunftsthemen:
- Resilienz von Lieferketten
- Digitale Technologien in der Supply Chain
- Nachhaltiges Supply Chain Management
- Supply Chain Finance
Studierende werden gezielt auf zukünftige Berufsprofile vorbereitet, während Unternehmen von gut ausgebildeten, praxisnah qualifizierten Nachwuchskräften profitieren.
Vorgehensweise
Auf Basis einer umfassenden Literaturrecherche, einer Arbeitsmarktanalyse sowie eines Benchmarks bestehender Studienangebote im Bereich Logistik und Supply Chain Management werden relevante Kompetenzen und Best Practices identifiziert.
Die Ergebnisse werden empirisch durch Interviews und Workshops mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus der Praxis validiert. Auf Grundlage der Anforderungen aller relevanten Stakeholder wird ein ganzheitliches Bildungskonzept entwickelt, das didaktische, organisatorische und technische Aspekte integriert.
Die entwickelten Lehr- und Lernmaterialien werden an den Partnerhochschulen implementiert und in enger Zusammenarbeit mit einem begleitenden Beirat evaluiert und weiterentwickelt.
Konsortium
University of Applied Sciences Windesheim
Ansprechpersonen am LFO
Förderhinweis
Projektlaufzeit:
31.12 - 30.12.2028
Förderkennzeichen:
2025-1-DE01-KA220-HED-000365054
Projektlogo:


Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
Das Projekt wird im Rahmen des Programms „EU Erasmus+ Higher Education“ von der Europäischen Union unter dem Förderkennzeichen 2025-1-DE01-KA220-HED-000365054 gefördert und durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) betreut.






